"Ein Herz für Tiere" Ausgabe 08/2014


"Viel zu viele Landschildkröten fristen als Einzeltier gehalten ein langweiliges Leben in einem kleinen Terrarium. Ines Kosin setzt sich dafür ein, dass sie möglichst naturnah gehalten werden. Deshalb hat sie beim Verkauf von Griechischen Landschildkröten aus ihrer Hobbyzucht klare Prinzipien: "Ich verkaufe grundsätzlich nur paarweise oder in bereits bestehende Gruppen und wenn der Käufer Freilandhaltung garantiert." Im Terrarium bekommen sie zu wenig Luft, außerdem ist nachts die Temperaturabsenkung zu gering, so Ines Kosin. Daher kam für sie nur eins in Frage: Der Garten musste komplett umgestaltet werden. Seitdem haben ihre nunmehr 13 Schildkröten in dem abgetrennten Freigehege mehr Platz als ihre zwei Kinder. Das macht den beiden aber nichts aus, schließlich gibt es hier ständig etwas zu beobachten: "Die Schildkröten sind draußen deutlich aktiver", erzählt Ines Kosin. "Morgens öffne ich die Türen meiner Frühbeete und dann kommt eine nach der anderem zum Vorschein."

Die Natur als Vorbild

Anfangs bestand der Garten noch aus einem großen Wiesenanteil, inzwischen hat sich das geändert: "Es gibt Kieswege, Erdhügel und Steine, ebenso wie Kräuter, Büsche und Palmen. Dazu sonnige und schattige Bereiche, so dass die Schildkröten selbst entscheiden können, wo sie sich im Laufe eines Tages gerade am wohlsten fühlen", erklärt die Schildkrötenexpertin. Mit 11 bekam sie ihre erste Schildkröte, bald werden es über 20 sein, denn sie übernimmt neun kleine Griechen, die eine Halterin aus Altergründen abgeben möchte. Bei so viel Erfahrung wundert es nicht, dass Ines Kosin ein Buch geschrieben hat, denn ihre Internetseite (www.landschildkroeten-haltung.com) platzt vor lauter Infos schon aus allen Nähten. "Mein Ziel ist es, so viele Halter wie möglich zu einer artgerechte Haltung mediteraner Schildkröten zu annimieren." Diese kann verständlicherweise nicht in einem Terrarium stattfinden, deshalb sollte zumindest gelegentliche Freilandhaltung ermöglicht werden. Hier profitieren die Schildkröten von der natürlicher UV-Strahlung der Sonne, die einen festen Panzer und stabile Knochen garantiert. Am besten verbringen die Tiere vom Frühjahr bis zum Herbst draußen. In einem beheizten Frühbeet können sie sich bei Bedarf aufwärmen, ansonsten werden sie sicherlich die meiste Zeit draußen verbringen. Im Winter geht's dann in den Kühlschrank, denn hier kann eine  ungestörte Winterruhe stattfinden."

Thomas Brodmann



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