Zucht

Eigene kleine süße Schildkrötenbabys bei ihrem Schlupf und Entwicklung begleiten, ... dieser Wunsch durchströmt dem ein oder anderen Schildkrötenhalter im Laufe seiner Zeit. 
Oder man wird damit überrascht, weil man die Eiablage nicht mitbekommen hat und es warm genug war, als dass die Kleinen sich selbst ausbrüten konnten.

Wie auch immer man zu dem Gedanken oder Umsetzung der eigenen Nachzucht kommt, wie überall muss es gut überlegt sein und hat seine Vor- und Nachteile.

 

Fangen wir mit der gewollten Zucht an:
Eine Zucht, die gezielt ausgeübt wird, bedeutet besonders viel Verantwortung, denn es geht hier nicht nur um ein neues Leben, sondern man beeinflusst durch Bruttemperatur, -bedingungen und Aufzucht sehr viele Vor- und Nachteile, die das gesamte Leben prägend sind. Hohe Verantwortung sollte daher nicht durch eigene Vorlieben unterdrückt werden. Verantwortung ist oberstes Gebot.

Es fängt bei der artgerechten Haltung der Elterntiere an, geht über ausreichend Kenntnis über die Brutbedingungen und fährt fort über die Aufzucht und den richtigen Abgabezeitpunkt. Genauer beschrieben ist es im Buchtipp "Die Griechische Landschildkröte", welches wir euch ans Herz legen möchten. Hier erfahrt ihr mehr Informationen als jene, die hier beschrieben sind.
Aber eines sei gesagt: Schlüpflinge werden genauso gehalten wie ihre Elterntiere, nur separat von ihnen auf kleinem Raum, da sie noch sehr versteckt leben. Vergiss die Anmeldung nicht.


Eine gezielte Zucht ohne Kenntnis über die Bedingungen ist verantwortungslos. Wir möchten daher dringend darauf hinweisen, sich vorab richtig zu informieren, im Zweifel geht es immer darum, welche Aufzucht den Vorteilen des Habitats am nächsten kommt. 

Ungeplanter Nachwuchs

Manchmal passiert es, plötzlich krabbelt zwischen den Elterntieren ein kleines Tier herum, eine neue Schildkröte hat ungeplant das Licht der Welt erblickt. Was nun? Im Grunde ist es gar nicht so schlimm, ... zumindest am Anfang, ein Notquartier herzurichten, da die Kleinen zur warmen Jahreszeit schlüpfen und sie nicht viel Platz benötigen. 
Als erstes entnimmt man sie aus dem Gehege der Elterntiere, sie würden dort sonst "verloren" gehen. Der Schlupf wird festgehalten, für die eigenen Unterlagen und für die Anmeldung. Schlupfdatum bzw. erste Sichtung, Gewicht, Größe und Foto auf Karopapier bzw. in Österreich neben einem Zollstock/ Lineal wird festgehalten. Bei mehreren Tieren empfiehlt sich eine einfache Markierung (Punkt mit Nagellack).

Nun kann man im Frühbeet ein Baby-Gehege einrichten. Die Wanne eines Nagerkäfigs in zweiter Etage (darunter haben die Elterntiere einen Unterschlupf), Erde als Bodengrund, mediterrane Kräuter zum Verstecken sind schnell erledigt. Kräuter gibts im Discounter, Wildkräuter und Erde im Garten. 
Im nächsten Step gehts in die Zoofachabteilung für eine Wärmelampe. Falls das Frühbeet UV beständig ist, braucht man noch eine UV Lampe. Diese Wanne reicht für das erste Lebensjahr völlig aus, da der Bewegungsdrang noch gering ist und sie sehr versteckt leben. Viele Pflanzen und feuchte Erde (nicht nass) sind daher wichtig. Sie brauchen es weder "extra warm" noch besonderes Futter. Sie leben wie ihre Elterntiere, nur etwas versteckter auf engerem Raum. Somit spricht bei gesunden Tieren auch nichts gegen die Winterstarre.


Wie gehts weiter?

Nachdem die geplante Zucht gut überlegt und umgesetzt wurde, ... oder aus der ungeplanten Zucht ein gutes Übergangsgehege gebastelt wurde, geht es wie gewohnt um das Wohl der Tiere. Sie werden genauso gehalten wie ihre Elterntiere, es gibt keinen Unterschied außer, dass sie versteckter auf kleinerem Raum zuhause sind, daher also getrennt von den adulten Schildkröten.
Sie müssen angemeldet und regelmäßig fotografiert werden.
Im Falle einer Abgabe in andere Hände achtet drauf, dass das neue Zuhause ebenfalls in Gruppenhaltung unter artgerechten Bedingungen herrscht.
Und: Es gibt keinen Grund, auf die Winterstarre zu verzichten, es sei denn, Krankheit liegt vor. Bei Krankheit gehören die Tiere aber zum Reptilienspezialisten. 
Tipp: Im Rahmen der natürlichen Auslese und Rücksicht auf das Wohl der Tiere gebt sie frühestens nach der ersten Winterstarre ab, besser erst nach der zweiten. Lasst euch das neue Zuhause zeigen.

Tipp: Erkundigt euch vorher über eine artgerechte Zucht und Aufzucht. Denn die Schildkröten legen jedes Jahr Eier, über viele Jahre hinweg. Ihr habt also jedes Jahr eine neue Chance, abzulehnen oder gezielt auszubrüten. Lieber später und richtig, als früh zum Leid der Tiere. 

In unserem Buchtipp erfahrt ihr nützliche Tipps zur artgerechten Haltung, ebenso in unseren Produktlinktipps.