BVZ 04/ 2026 |
Schildkröten-Verein
Verletzte Schildkröte gefunden: Verein aus Güssing hilft
Am Radweg im Güssinger Ortsteil Rosenberg wurde eine verletzte Schildkröte gefunden. Das Tier, das in dieser Gegend nicht heimisch ist, wies eine schwere Verletzung auf. Die Finderin reagierte rasch und nahm die Schildkröte mit. Da kein Besitzer ausfindig gemacht werden konnte, wandte sie sich an den Schildkrötenverein Chüücha und brachte das Tier noch am selben Tag zu den Vereinspräsidenten Norman und Ines Kosin. Dort wurde das Ausmaß der Verletzung sichtbar. Das Unterbein fehlte, der Knochen lag frei. Vermutet wird, dass ein Marder oder eine Ratte das Tier attackiert hat.
Nach mehreren Telefonaten konnte ein Tierarzt organisiert werden, der noch am selben Abend operierte. Das Bein musste amputiert werden. Der "Schildkrötenmann" befindet sich nun in einem Quarantänebereich und wird von Ines Kosin versorgt. Mit drei Beinen wird sich das Tier erst neu orientieren müssen, bevor es wieder in ein Freigehege übersiedeln kann.
Schutz vor Bedrohung im Fokus
Am 23. Mai wird weltweit der Weltschildkrötentag begangen. Der Aktionstag wurde im Jahr 2000 ins Leben gerufen und soll darauf aufmerksam machen, dass viele Bestände rückläufig und teilweise bedroht sind.
Für Ines Kosin ist das auch ein Anlass, auf die Haltung hinzuweisen. "Auch wenn wir global wenig Einfluss haben, können wir den Tieren bei uns ein möglichst naturnahes Leben bieten", sagt sie. Kosin beschäftigt sich seit rund 30 Jahren mit Schildkröten und setzt in der Vereinsarbeit vor allem auf Aufklärung. Ein weiterer Punkt ist der Umgang mit Fundtieren. Viele Schildrköten werden vorschnell als ausgesetzt angesehen, dabei stehen oft Besitzer dahinter, die ihre Tiere suchen. Kosin appelliert daher, Fundtiere zu melden und nach den Besitzern zu suchen.
Der Verein mit Sitz in Güssing besteht seit 2020, baut aber auf mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Haltung von Landschildkröten auf. Neben der Betreuung von Tieren liegt der Schwerpunkt auf Aufklärungsarbeit, vor allem auch im digitalen Bereich. Da die Operation höhere Kosten verursachte, als vorhanden waren, hofft der Verein auf Unterstützung für seine Arbeit.
Bertie Unger
