MeinBezirk Onlinebericht 05/ 2026

Weltschildkrötentag – MeinBezirk gibt Tipps zur artgerechten Haltung und zeigt auf, was passieren kann, wenn diese Anforderungen nicht erfüllt werden. Foto: Ines Kosin

Am 23. Mai ist Weltschildkrötentag. Auch im Burgenland zählen Schildkröten zu den beliebten Haustieren – doch viele unterschätzen den Aufwand und die Verantwortung, die mit ihrer Haltung verbunden sind. Ines Kosin aus Güssing lebt mit über 30 Griechischen Landschildkröten und setzt sich seit 2020 mit dem Verein „Chüücha“ für artgerechte Haltung und Aufklärung rund um die faszinierenden Tiere ein.

BURGENLAND/GÜSSING. Wer kennt es nicht: Die Kinder wünschen sich sehnlichst ein Haustier, doch für Hund oder Katze fehlt oft die Zeit. Ein Garten ist vorhanden – also scheint eine Schildkröte die ideale Lösung zu sein. Doch auch Landschildkröten benötigen viel Pflege, Fachwissen und eine sichere Haltung. Werden Gehege nicht ausreichend gesichert oder Tiere unterschätzt, kann das schnell gefährlich werden.

Ines Kosin gründete 2020 den Verein "Chüücha" in Güssing. Foto: Verein Chüücha/Ines Kosin, hochgeladen im Originalbeitrag von Anna Triebaumer

Dreibeinige Schildkröte: Verein kämpft für artgerechte Tierhaltung Wie ernst und vor allem teuer die Folgen sein können, zeigt ein aktueller Fall aus dem Südburgenland: Eine Spaziergängerin entdeckte am Radweg in Rosenberg eine schwer verletzte Schildkröte und brachte sie zum Schildkrötenverein „Chüücha“ nach Güssing. Dort erkannten Norman und Ines Kosin sofort den Ernst der Lage – vermutlich hatten ein Marder oder eine Ratte dem Tier ein Bein abgebissen. Noch am selben Abend wurde die Schildkröte operiert und das verletzte Bein amputiert. Der kleine, nunmehr dreibeinige Patient erholte sich in Quarantäne und wurde liebevoll versorgt.

Die dreibeinige Schildkröte wurde gerettet und opariert. Foto: Verein Chüücha/Ines Kosin, hochgeladen im Originalbeitrag von Anna Triebaumer

Der Vorfall macht jedoch deutlich, wie wichtig Aufklärung und Unterstützung in der Schildkrötenhaltung sind. Genau dafür setzt sich der Verein „Chüücha“ seit 2020 ein – mit Informationsarbeit, Beratung und Hilfe für verletzte Tiere. Da die notwendige Operation hohe Kosten verursachte, freut sich der Verein auch über finanzielle Unterstützung.

 

Fünf wichtige Grundlagen für die artgerechte Schildkrötenhaltung

Schildkröten gelten oft als unkomplizierte Haustiere und können Kindern spielerisch Verantwortung näherbringen. Doch auch wenn sie sich leise verhalten und Schmerzen nicht deutlich zeigen, benötigen sie eine artgerechte Haltung. Fehler bei Pflege, Ernährung oder Unterbringung können schwere Krankheiten, Schmerzen und eine verkürzte Lebenserwartung zur Folge haben. MeinBezirk hat fünf wichtige Punkte zusammengefasst, die für ein gesundes Schildkrötenleben entscheidend sind:

Schildkröten benötigen genügend Raum zur Bewegung. Foto: Chüücha / Ines Kosin
  • Sonne und Wärme
    Schildkröten sind wechselwarme Tiere und auf UV-Strahlung sowie Wärme angewiesen. Nur so funktioniert ihre Verdauung richtig. Fehlen ausreichend Sonnenlicht oder geeignete Außenbereiche, drohen Knochenerweichung und dauerhafte Panzerdeformationen.
  • Feuchtigkeit und Rückzugsorte
    Vor allem junge Schildkröten brauchen feuchte und schattige Verstecke, um gesund zu wachsen. Ist die Umgebung zu trocken, können sich die Panzerplatten verformen und sogenannte Höcker bilden. Ausreichend Platz Schildkröten benötigen genügend Raum zur Bewegung. Zu kleine Gehege führen häufig zu Stress und Verhaltensauffälligkeiten bei den Tieren.
  • Die richtige Ernährung Europäische
    Landschildkröten sind reine Pflanzenfresser und benötigen rohfaserreiche Wildkräuter. Falsches Futter wie Obst, Gemüse oder ungeeignete Pellets kann schwere Schäden an Darm und Nieren verursachen. Besonders bei Familien mit Kindern ist Vorsicht geboten, damit die Tiere nicht vom Esstisch mitgefüttert werden.
  • Die Winterstarre
    Viele (Korrektur/ Anm.: Alle ... -->) europäische Landschildkröten halten eine natürliche Winterstarre, die für ihre Regeneration wichtig ist. Fehlt diese Ruhephase, kann das den Hormonhaushalt und den gesamten Organismus beeinträchtigen und die Lebensdauer verkürzen.

Hinweis: Bild 1 und 3 wurden von uns auf dieser Seite ausgetauscht, da wir sie passender finden. Die Originalbilder und den gesamten Originaltext findet ihr im Originalbeitrag von MeinBezirk.