Schildkröten sind Beobachtungstiere |
In den meisten Haushalten ist es gängig, dass Schildkröten in die Hand genommen werden, stolz gezeigt werden, Auslauf im Wohnzimmer bekommen oder auf dem Bett kuscheln dürfen.
Leider vergessen die meisten, dass genau diese gut gemeinten Zuwendungen schädlich für ihre Lieblinge sind. Schildkröten haben einen stark ausgeprägten Urinstinkt, sie können sich nicht an unsere Lebensumstände anpassen, sondern wir müssen uns nach ihnen richten.
Schildkröten haben in freier Wildbahn viele Feinde, vorallem Jungtiere sind solchen ausgesetzt. Das sind sowohl Vögel als auch Nagetiere und andere größere Tiere. Jeder dieser Tiere wird die Schildkröte von oben packen, sie hoch nehmen und dann zu einem entsprechendem Ort führen. Dieser Instinkt ist auch heute noch vorhanden. Obwohl sie hier bei uns also größtenteils vor Feinden geschützt sind, sind sie bei jedem Hochnehmen abslutem Stress ausgesetzt, weil sie es mit einem feindlichen Angriff verbinden. Also nicht nur der Verlust des Bodenkontaktes, sondern auch der Ortswechsel bedeutet großer Stress.
Übermäßiger Stress kann Schildkröten krank machen oder gar tödlich enden.
Bedenke, dass Schildkröten nicht zeigen, dass sie darunter leiden!
Daher ist es besser für die Schildkröte, sie dort zu lassen, was für sie gedacht ist. Am besten also in einem Freigehege. Auch das tägliche abendliche Reinholen wäre Stress. Um den zu vermeiden, sollte man sie auch nachts draußen lassen und mithilfe eines beheizten Frühbeetes vor Frost und Feinden schützen.


